Albert-Heim Hütte SAC, Furka

Wettbewerb 2015, 4. Rang

,Wie eine Burg thront die Albert Heim Hütte auf einem Fels’ notiert Jakob Eschenmoser in seinem Buch ‚Vom Bergsteigen und Hüttenbauen’. Seine Beobachtung beschreibt das kräftige, von einer imposanten Terrasse umfasste Bauvolumen, das die Topografie des Felssporns überhöht und dramatisiert. Dies soll auch in Zukunft so sein: Die Erweiterung baut an Eschenmosers polygonaler Klammer weiter und belässt damit die Wahrnehmung der Hütte als monolithische Figur. Durch die rückwärtige Anordnung des Neubauvolumens wird dem Bestand die Identität belassen. Alt und neu werden mit Respekt verschliffen; es entsteht ein gemeinsamer Fussabdruck mit einer neuen ikonografischen Silhouette. Infolge der signifikanten Vergrösserung der Hütte erscheint es angezeigt, sie möglichst gut in die steinige Landschaft zu integrieren. Mit kristalliner Formensprache, welche vom Bestand und von den kantigen Felsbrocken der rauhen Umgebung inspiriert ist, wird eine kompakte Gebäudeform angestrebt. Der überwältigende Blick ins Gebirgspanorama setzt sich durch die Ausrichtung des neuen Volumens und die Eingangsterrasse fort. Als Bindeglied zwischen Alt und Neu wird sie gleichzeitig auch zum neuen Sitzplatz in der Morgensonne.  Beim Bauen in den Bergen verfolgt der SAC seit jeher eine behutsame Entwicklung, die sich der Sorgfalt im Umgang mit Material, Konstruktion und Ressourcen verpflichtet. Tradition ist bei der Albert Heim Hütte synonym mit dem Fassadenmaterial Bruchstein, welches in allen bisherigen Bauetappen verwendet wurde. Im aktuellen Leitbild steht ,Der SAC ist offen für innovative architektonische Lösungen’ - Anlass genug die Herausforderung der massiven Gebäudehülle zeitgemäss zu interpretieren. Die vorgeschlagene massive Putzfassade erweist sich dabei als ideale Ergänzung zum Bruchstein; sie verbindet sich farblich und in der Textur harmonisch mit der robusten Steinschale. Mineralisch und homogen festigt der Kellenwurf aus Kalk-Zement das Bild einer massiven und dauerhaften Burg und orientiert sich dabei an Referenzen wie dem kürzlich umgebauten Hospiz auf dem Gotthardpass. Die gekalkten Fensterleibungen nobilitieren die Fassade und wirken als Lichtfänger für die introvertierten Räume.

Planungsteam
Architektur: horisberger wagen architekten in Zusammenarbeit mit stehrenberger architektur, Zürich
Bachmann Michael, Horisberger Detlef, Rofe Christopher, Wagen Mario
Baumanagement: mmt AG, Winterthur
Bauingenieur: Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich
Holzbauingenieur: Holzbaubüro Reusser GmbH, Winterthur
Bauphysik: BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich
HLK-Ingenieur: Lauber IWISA AG, Naters

Fotos: Beat Bühler, Zürich
Visualisierungen: nightnurse images GmbH, Zürich